Odenwälder Bote - 18. Dezember 2009
Posaunenchor musizierte mit Männergesangverein und Max-Planck-Chor(dor) Festlich ging es zu beim vorweihnachtlichen Konzert des evangelischen Posaunenchors. Dieser hatte unter der bewährten Leitung seines langjährigen Dirigenten Philipp Däschner zur gemeinsamen Gestaltung des traditionellen musikalischen Gottesdienstes am dritten Advent den Frauen- und den Männerchor des Männergesangvereins 1842 sowie den Unterstufenchor der Max-Planck-Schule eingeladen.
In einer gelungenen Mischung aus alter und neuer Weihnachtsmusik mit traditionellem und modernem Liedgut schafften es die Mitwirkenden, die zahlreichen Gäste anzusprechen. Viele Menschen waren vom festlich erleuchteten Marktplatz in die evangelische Stadtkirche geströmt, wo bald kein freier Platz mehr zu haben war. Denkanstöße unter dem Motto „Wir sagen euch an den lieben Advent“ gab Pfarrer Frank Briesemeister. Immer wieder regte er in den Musikpausen, in kurzen Sequenzen zum Nachdenken an, hatte besinnliche Texte ausgesucht, mit denen die Gäste richtig zur Ruhe kamen. Hell erklangen die Stimmen des Frauenchors von der Empore herab. „Seht die gute Zeit ist nah“, besonders der „Weihnachtsstern“ wurden harmonisch und mit Gefühl vorgetragen. Deutlich hat sich der Frauenchor unter Leitung von Vera Fischer, die ebenso auch den Männerchor dirigiert, gesteigert. Innerlich und äußerlich wolle man sich vorbereiten, erklärte Briesemeister zur Adventszeit wie zum Gottesdienst. Im Mittelpunkt: Warten, aufmerksam sein, bereit, sich zu öffnen — so sollten diese Tage ganz bewusst gestaltet werden. Anspruchsvolle Bläserstücke gab es zu hören, mit vielen Variationen, kurzen Intermezzi und längeren Passagen. Routiniert und konzentriert präsentierte der Posaunenchor neue Arrangements von altbekannten Weihnachtsweisen und Melodien, neu aufgelegt. Ansprechend gelang diese Mischung aus Tradition und Moderne, ungewohnt, anders, aber eben deshalb offen für jeden Geschmack. „Es ist möglich, dass Wünsche Wirklichkeit werden“, so Pfarrer Briesemeister hoffnungsvoll, der im Advent eine Gelegenheit zum Heraustreten aus alten Gewohnheiten sieht, zu spüren, was möglich ist, sich verändern, sich verwandeln zu lassen. Ob der Advent im Grunde ein Abenteuer sein könne? Mit dem „Lied für das Kind“ berührte der Schulchor von Fünft- bis Siebtklässlern das Publikum, ein anrührendes, mit hellen Solistenstimmen versehenes, sehr ruhiges Lied. „Frieden auf Erden“ verkündeten die jungen Sänger dann beinahe himmlisch, bevor mit einem äußerst schnellen „Rockin around the Christmas Tree“ der Auftritt beendet wurde. Chorleiterin Kerstin Schöpsdau hat mit ihren jüngsten Sängern offenbar viel gearbeitet, was die Zuschauer mit großem Applaus honorierten. Die waren zwischendrin ebenfalls zum Mitsingen aufgefordert. Und nach dem gemeinsamen Singen aller Chöre, wo die unterschiedlichen Sängergenerationen ein wunderschönes Bild abgaben, stimmten alle zusammen mit der Gemeinde ein freudiges, ein erwartungsvolles „Macht hoch die Tür“ an.
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