Odenwälder Bote - 26. August 2008
Stimmungsvolles Konzert des evangelischen Posaunenchors an der Bleiche(dor) Hunderte von Kerzen leuchteten, säumten die Wege rund um den Teich an der Bleiche und verwandelten die Anlage in ein Lichtermeer. 800 Kerzen, von weißen Papiertüten drapiert, hatten fleißige Konfirmanden im Vorfeld der diesjährigen Serenade geduldig aufgestellt.
Die Idee, das traditionelle Abendkonzert einmal an diesem Ort und mit dieser stimmungsvollen Beleuchtung durchzuführen, stammte vom Leiter des evangelischen Posaunenchors höchstpersönlich. Philipp Däschners Eingebung, tatkräftig umgesetzt von vielen Helfern, stieß am Samstagabend auf ein positives Echo. Zu den einladenden Klängen des Posaunenchors tauchten bunte Scheinwerfer die hohen Bäume in ein neues Licht, auch die schimmernde Wasseroberfläche schuf eine reizvolle Kulisse. So lockte man zu den immerhin rund 250 Besuchern in den glanzvoll illuminierten Park sogar noch ein gewisses Laufpublikum, das eher zufällig vorbeikam und gleich verweilte. Erfreulich viele Jungbläser, die Philipp Däschner mit großer Geduld an das Metier heranführt, schienen bereits gut integriert. Ebenso wie sich die Nachwuchsbläser gut in das Ensemble einfügten, nahm die große, erfahrene Gruppe sie gut auf. Pfarrer Arno Kreh führte durchs abwechslungsreiche Programm, versorgte die Gäste nicht nur mit fundierten Hintergrundinformationen auf musikalischer Ebene, sondern gab auch interessante Einblicke in die Geschichte und Entwicklung des Posaunenchors, der als große Bereicherung des Gemeindelebens wahrgenommen wird. Probengeschehen und viel Aufwand drumherum kosten viel Zeit und Energie, die Philipp Däschner seit vielen Jahren in das 40-köpfige Bläserensemble investiert. Ansprechend moderne wie auch traditionelle Weisen wurden interessant und zugänglich für jedermann präsentiert. Begeistert wurde die Idee angenommen, hunderte von Wunderkerzen zu entzünden, die ein tolles Bild im Dunklen produzierten. So strahlte das Publikum mit dem hell beleuchteten Posaunenchor um die Wette. Man war eins mit sich und der Musik und selbst das Wetter spielte mit, sogar die Temperaturen blieben im erträglichen Rahmen, wovon noch im Tagesverlauf nicht unbedingt auszugehen war. Auch Ehrungen standen auf dem Programm. Es sind mittlerweile einige Mitglieder seit fünf Jahren oder länger im Posaunenchor aktiv. Mit Silbernadel samt zugehöriger Urkunde wurden ausgezeichnet: Jonathan Bartz, Tilmann Bartz, Daniel Buxmann, Dr. Jürgen Courtin, Florian Huber, Rudi Käppel, Felix Lauber, Rebecca Müller, Gabi Bley, Horst Liere, Astrid Niebergall, Klaus Schröder und Petra Waegt. Der Posaunenchor gestaltete völlig allein das gut einstündige Programm der Serenade. Bisher beteiligten sich bei den traditionellen jährlichen Abendkonzerten im Wamboltschen Park zumindest der Chor oder andere Mitwirkende. Dass der Posaunenchor dieses Mal ganz allein für sich stand, war kein Fehler, im Gegenteil eine sehr gelungene Variante. Die Qualität konnte sich hören lassen, wenngleich natürlich viele Orchestermitglieder sich mit den Unwägbarkeiten eines Freiluftkonzerts konfrontiert sahen, wo die Bedingungen ungleich schwerer sind als beispielsweise im geschlossenen Kirchenraum. Manche Töne wurden daher ein wenig fort getragen, auch hier und da etwas verlangsamt, doch die stimmige Titelauswahl zwischen gepflegten Klassikern und volksliedhafter Schlichtheit überzeugte. Das Menuett und Allegro aus Händels Feuerwerksmusik fügten sich ebenso ins Konzept wie Verdis flottes Brindisi oder Salome: Bei diesem Evergreen von Robert Stolz glänzte Solist Stefan Bock. Märsche, Swing und Ragtime komplettierten das bunte, leichte und beschwingte Programm, in dem es für keinen an etwas fehlte. Alt und Jung genossen den Serenadenabend gleichermaßen und nicht nur Jens Kaiser am Schlagzeug, Simone Appenzeller (Pauke) und Björn Bock am Becken erhielten schließlich verdient großen Applaus.
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